Gemeinde in der Lokalpresse vorgestellt

Die lokale Tageszeitung in Zeulenroda - die "Ostthüringer Zeitung" - hat in einem umfangreichen Artikel sowohl die Neuapostolische Kirche als auch die Gemeinde am Ort vorgestellt.

Unter der Überschrift: "Kirchen im Wandel" veröffentlicht die Lokalredaktion Zeulenroda eine fünfspaltige Darstellung der Religionsgemeinschaften, die vor Ort vertreten sind. Der fast eine ganze Zeitungseite umfassende Artikel gibt Einblicke in die jeweilige Religionslehre und in das Gemeindeleben.

In einem mehrstündigen Gespräch mit dem Lokalredakteur, Herrn Bernd Kemter, zeigten der Gemeindevorsteher, Evangelist Harald Haupt, und der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbezirk Plauen, Priester Uwe Schneider, zunächst das vor 10 Jahren eingeweihte Gemeindezentrum. Danach erläuterten sie die Gottesdienstliturgie, gaben ein Statement zu Inhalten der neuapostolischen Glaubenslehre und Strukturen der NAK International ab und berichteten über das aktive Gemeindeleben in Zeulenroda. Des Weiteren wurden Fragen des Redaktionsmitarbeiters beantwortet.

Im Ergebnis dieses Gespräches sowie weiterer Recherchen erschien der Artikel mit folgendem Wortlaut:

Etwa 120 Jahre lang lebten neuapostolische Gemeinden eher verborgen, seit Mitte der 80-er Jahre öffnen sie sich zusehends. Dies trifft auch auf die Neuapostolische Kirche in Zeulenroda zu. Das Gemeindezentrum präsentiert sich mit einem freundlichen, einladenden Eingang.

Zeulenroda-Triebes. "Darin besteht unser Wandel, dass wir uns mit dieser Öffnung ganz anders in der Gesellschaft darstellen", sagt Uwe Schneider, Bezirksbeauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbezirk Plauen. Dies reicht neuerdings auch in die Ökumene. Und worin bestehen die Glaubensgrundsätze der Neuapostolischen Kirche?

Grundlage der Lehre sind die Bibel und das um die neuapostolischen Sonderanschauungen erweiterte Apostolische Glaubensbekenntnis. Demnach sieht sich die Neuapostolische Kirche (NAK) als das wieder aufgerichtete Erlösungswerk Gottes und als Fortsetzung der apostolischen Kirche neutestamentlicher Zeit. Sie versteht sich als ein Teil der Kirche Jesu Christi. Der neue Katechismus, der 2013 erscheinen soll, wird dies gegenüber früherem elitären Selbstverständnis betonen. Die NAK kennt drei Sakramente: die Wassertaufe, das Abendmahl mit einer Hostie, in die drei Tropfen Wein eingebacken sind, und die Versiegelung durch Handauflegen, durch die der Getaufte die Gabe des Heiligen Geistes empfängt. Christi Wiederkunft wird ohne Terminnennung als unmittelbar bevorstehend erwartet. Damit verbunden ist die Verwandlung und Entrückung der "Brautseelen" der Gotteskinder, wobei nach aktueller Lesart Gott allein entscheidet, wer zu den "Brautseelen" zählen wird. Die Priesterämter erstrecken sich auf Lebende und Verstorbene. Bei den aller vier Monate durchgeführten Gottesdiensten zum Gedächtnis an die Entschlafenen werden auch die Taufe und Versiegelung für die Toten gespendet. Eine Sekte ist die Neuapostolische Kirche übrigens nicht, da sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Und wie gestaltet sich das Zeulenrodaer Gemeindeleben?

Da wäre nach Jahren völlig unzureichender räumlicher Bedingungen das moderne, im Juni 2002 eingeweihte Gemeindezentrum in der Zeulenrodaer Lindenallee zu nennen, das aus eigenem Aufkommen finanziert wurde. Es verfügt im Erdgeschoss über einen Kirchensaal mit 180 Sitzplätzen, hinzu kommen 52 auf der Empore. Es gibt einen Mutter-Kind-Raum mit Sicht zum Altar. Zur technischen Ausstattung gehören eine Elektronenorgel, eine Satelliten-Empfangsanlage für Bild-/Tonübertragungen von Festgottesdiensten sowie eine Kopfhörer-Tonübertragungsanlage für Hörbehinderte. Behindertengerecht ist das gesamte Haus ausgestattet. Die Bedingungen sind für die etwa 230 Gemeindemitglieder aus Zeulenroda-Triebes und Umgebung sehr gut, somit kann sich ein reges Gemeindeleben entfalten.

"Die Gottesdienste mit der Abendsmahlsfeier sind am wichtigsten", sagt Gemeindevorsteher Harald Haupt. "Musik gestaltet die Gottesdienste mit." Dies beginnt schon mit dem Eingangslied. Die anschließende bildreich-anschauliche unvorbereitete Predigt ist weltweit einheitlich und folgt einem Bibelwort. Nach ca. viertelstündiger freier Rede ruft Haupt einen der sechs Gemeindeglieder, die ein Priesteramt versehen, an den Altar. Jener ist im Gottesdienst "Mitdienender". Gottesdienste finden sonntags, 9.30 Uhr, und mittwochs, 19.30 Uhr, statt. Intensiv wird die Kirchenmusik gepflegt. Davon zeugen der 65-köpfige Gemeindechor, der Kinder- sowie Jugendchor und ein kleines Kinderorchester. "Darauf sind wir besonders stolz", so Haupt. Jugendkreis, Sonntagsschule für Vorschulkinder, Religionsunterricht für ältere Kinder, Konfirmandenunterricht, Seniorennachmittage, Chorausfahrten und Freizeitwochenenden für Kinder und Jugendliche vervollständigen die Angebote. Gottesdienste für Hörgeschädigte in Gebärdensprache sowie im Pflegeheim am Stausee wären auch zu nennen. All dies wird ergänzt durch individuelle seelsorgerische Betreuung. Dazu gehört das persönliche Gespräch über Glaubens- und Lebensfragen ebenso wie der Beistand in schweren Lebenslagen. So besuchen Seelsorger kranke und alte Menschen in Krankenhäusern und Heimen, um Trost zu spenden.

"Aussteiger" aus den 80-er und 90-er Jahren verweisen darauf, dass das Leben in der Gemeinde, die sich als Familie Gottes versteht, streng geregelt ist. Sich von ihr zu lösen, sei schwierig und stets mit negativen Konsequenzen im Hinblick auf das Seelenheil verknüpft. Dies hat sich offenbar gewandelt. "In Zeulenroda gab es keinen solchen Fall", so Schneider. "Ja, wir verstehen uns als eine Familie, die offen für alles ist. Es gibt keine Maßregeln. Jeder kann und muss für sich entscheiden. Zwänge sind tabu."

Der Bericht in der Lokalpresse

Text: U.S.