Festwochenende 10 Jahre neues Gemeindezentrum

Die Gemeinde Zeulenroda gestaltete ein Festwochenende. Man feierte das 10-jährige Jubiläum der Einweihung des neuen Gemeindezentrums als Kirchweihfest. Die von Freitag bis Sonntag andauernden Veranstaltungen fanden in der Öffentlichkeit eine erfreuliche, positive Resonanz.

Die Veranstaltungen am Wochenende waren sehr gut besucht. In dieser Zeit erhielten die Gemeinde Zeulenroda und die Neuapostolische Kirche große öffentliche Anerkennung.

Freitag: Eröffnungsabend

Bei der Eröffnung des Festwochenendes am späten Freitagabend erfuhren die fast 100 Besucher einiges aus der Chronik der 1895 gegründeten Gemeinde. Die ehemaligen Gemeindevorsteher Manfred Oertel und Rudolf Kögler, die zusammen fast 40 Jahre der Gemeinde in Zeulenroda und den ehemaligen Nachbargemeinden Triebes und Auma vorstanden, berichteten aus vergangenen Zeiten. Auch der Werdegang des im Jahr 2002 eingeweihten, neuen Gemeindezentrums in der Zeulenrodaer Lindenallee – hier stand zu DDR-Zeiten das weithin bekannte Kulturhaus „Sepp Wenig“- wurde thematisiert.
Dieser Eröffnungsabend wurde musikalisch vom Dirigenten André Kögler und der Querflötenspielerin Roswitha Haupt umrahmt.

Samstag: Tag der offenen Tür und Festkonzert

Alle Interessierten konnten sich über die Aktivitäten der Gemeinde informieren, erlebten die "offene" Sonntagsschule, den Religionsunterricht oder eine Chorprobe. Manche saßen zudem im Kirchenraum und verfolgten die Präsentationen zum aktiven Gemeindeleben. Diese Gelegenheit nahm auch Herbert Müller, Beigeordneter des Bürgermeisters der Stadt Zeulenroda-Triebes, wahr. Er wurde vom heutigen Gemeindevorsteher, Evangelist Harald Haupt, und vom Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbezirk Plauen, Priester Uwe Schneider, herzlich willkommen geheißen. Er äußerte sich sehr überrascht, welche Eindrücke er im Gemeindezentrum gewinnen konnte. Das emsige Treiben der Gemeindemitglieder beeindruckte ihn besonders; zeigt es doch, mit welchem Engagement die ehrenamtlich tätigen Amtsträger und die Gemeindemitglieder das Gemeindeleben für alle Altersgruppen organisieren und mit Leben erfüllen.

Er wolle, so betonte er mehrmals, dem Stadtrat und in den Ausschüssen der Stadtverwaltung davon berichten. Dort wären solche Initiativen nämlich nicht bekannt. Spontan entschloss sich Herr Müller, auch den Festgottesdienst am Sonntag mit der Gemeinde zu erleben. Danach unterstrich er nochmals seine bereits am Samstag geäußerten Feststellungen.

Am zeitigen Abend füllte sich erneut das Gemeindezentrum. Die über 30 jugendlichen Sänger aus den Gemeinden Zeulenroda, Schleiz und Mühltroff, die als Chor cantamus deo (ehemals Jugendchor Schleiz) bereits viele Konzerte gestaltet haben, überzeugten mit Ausstrahlung und dynamischem Gesang. Bischof Ralph Wittich begrüßte die über 250 Konzertbesucher, darunter auch die Landrätin des Landkreises Greiz, Frau Martina Schweinsburg. Abschließend ertönten aus den jugendlichen Kehlen Ausschnitte aus Haydn's Schöpfung. Instrumental begleitete das Streichorchester musica visenta den Chor. In diesem Ensemble wirken seit mehr als 10 Jahren Laienmusiker konfessionsübergreifend.
Die Sprache der Musik gab diesem Festwochenende ein besonderes Gepräge. Lob- und Danklieder von D. Buxtehude, J. S. Bach, J. F. Fasch oder das Konzert für Querflöte, Streicher und Basso continuo in G-Dur von Johann Quantz wurden eindrucksvoll unter der Leitung von Stefan Kothner vorgetragen.

Mit Standing ovations und glücklichen Musikern endete nach zwei Zugaben das Festkonzert. Besonders der als Zugabe vorgetragene dreichörige Kanon "Bleibe bei uns, o Herr" von Lorenz Maierhofer war wie eine Krönung dieses Konzertes.

Die Landrätin ließ es sich nicht nehmen, abschließend ein Grußwort an die Mitwirkenden und die Konzertbesucher zu richten. Begeistert von diesem Konzert fasste sie ihre Eindrücke zur aktiven NAK-Gemeinde mit dem Motto der drei Musketiere zusammen: „Einer für alle; und alle für einen“. Dies beobachte sie seit vielen Jahren und sie beglückwünschte Bischof Wittich und die Gemeindeleitung zu dieser gelebten Alltagspraxis in der neuapostolischen Gemeinde und in der Neuapostolischen Kirche insgesamt.

Sonntag: Festgottesdienst und offenes Gemeindefest

Fast 300 Gemeindemitglieder und Gäste erlebten den Festgottesdienst am Sonntag, der musikalisch vom 60 Sänger umfassenden Gemeindechor, einem Jugendchor und Instrumentalisten aus der Zeulenrodaer Gemeinde umrahmt wurde. Bischof Ralph Wittich beschrieb in seiner Predigt eindrucksvoll, wie der Geist Gottes in der Gemeinde wirken kann. Die Gemeinde wird nicht durch das Kirchengebäude gekennzeichnet. Vielmehr kommt es darauf an, was darin lebt, sich bewegt oder wie man (nicht nur dort!) besonnen miteinander umgeht. Der Choral: „Jesu meine Freude“ habe ihn besonders inspiriert. Dort heißt es u.a.: „... weicht ihr Trauergeister...“. Luther, der Textdichter, erlebte - von seiner Frau dazu angeregt -, wie aus Frust oder aus einem Tiefpunkt im Leben neuer Mut und Zuversicht werden können. „Gott lebt“ rief er danach aus. Das sei durch das Wirken des Geistes in jeder Gemeinde erlebbar.

Christus ist einer von uns, betonte der Bischof. Er, Christus, zeugt als Einziger von Wasser (Taufe), Blut (Opfer und Vergebung) und Geist (Wirkung in der Gemeinde). Daraus resultiert, dass die Gemeinde, die keine Interessengemeinschaft bzw. kein Fanclub ist, Orientierung erhält und ihre Weiterentwicklung gewährleistet ist. Dabei sprach der Bischof jeden Gottesdienstteilnehmer persönlich an: „Das gilt für dich, lieber Bruder und für dich, liebe Schwester.“

Ein weiterer Predigtinhalt war die Aussage, dass der Heilige Geist auch ein nachbarschaftlicher Geist ist, der auf Gemeinsames hinweist, aber auch Unterschiede aufzeigt. Die Praxis des Umgangs unter Nachbarn – unter den Christengemeinden - zeigt aber, dass der Geist manchmal getrübt wird.

Im Anschluss lud der Gemeindevorsteher alle Anwesenden zum Gemeindefest auf dem Kirchengelände ein. Eine Blechbläsergruppe spielte passende Lieder und alle Anwesenden fanden ausreichend Gelegenheit, auch mit den Gästen, ins Gespräch zu kommen. Außerdem brauchte keiner hungrig nach Hause gehen, denn es waren genügend Roster, Kesselgoulasch, Salate, Kuchen, Getränke usw. vorhanden. Auf dem Außengelände war fast kein Platz mehr frei. Der am Nachmittag einsetzende Regen schaffte es nicht, die Freude über das Erleben wegzuspülen.

Das besonders Schöne an der aufwendigen Vorbereitung war, so betonte der Gemeindevorsteher, dass sich die große Mehrheit der Gemeinde aktiv und voller Engagement bei der fast einjährigen Vorbereitung und dem körperlich anstrengenden Wochenende eingebracht haben. Nur eine intakte Gemeinschaft macht dies möglich.

Text: U.S. Fotos: U.S. / J.Z.