Vertrauen auf Gottes Bewahrung und Stärkung

Am Mittwochabend besuchten Bezirksapostel Wilfried Klingler und Bischof Ralph Wittich die Gemeinde Zeulenroda. Die 180 Gottesdienstbesucher erfuhren im Erleben des Gottesdienstes eine besondere Stärkung.

Freudig stieg der Bezirksapostel nach stundenlanger Fahrt auf dem Parkplatz des Gemeindezentrums aus. Seine Vorfreude auf diese Begegnung konnte und wollte er sicher nicht verbergen.

„Wir wollen uns dem Wort Gottes hingeben, wollen am Abend dieses Tages innehalten, den Frieden Gottes aufnehmen...“ – so leitete der Bezirksapostel den Gottesdienst mit dem Gebet am Altar ein.

Als Bibelwort las er 2. Thessalonicher 3,3 vor:

Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

Zu Beginn des Gottesdienstes nahm er den „Spielball“ auf, den ihm der große Gemeindechor mit dem Lied „Unser Mund kann froh lobsingen“ (CM 254) zugeworfen hatte: „Ich habe gern in diesen Lobpreis eingestimmt“. Danken fällt im schweren Alltagserleben, im Leid Tragen oder im Streitgefecht schwer. Loben können wir aber immer:

  • für das Offenbaren Gottes in der Schöpfung und in der Geschichte, auch in der persönlichen Geschichte;
  • für das Sorgen Gottes für jeden Einzelnen;
  • für das Wirken Gottes im Gottesdienst;
  • für das Verstehen Gottes für jede Lebenssituation und das Vergeben jeder Missetat sowie
  • für Gottes treue Begleitung entsprechend des Pauluswortes: Er ist kein Mensch, er kann nicht lügen.

Um alles das erleben zu können, muss man durch eine Tür mit Hilfe des Schlüssels der Dankbarkeit und der Klinke der Demut gehen. Der Bezirksapostel formulierte den Aufruf, mehr Gebrauch davon zu machen. So kann sich noch viel öfter die Tür zum Segen und Gotterleben auftun.

Das Bibelwort reflektierend stellte er fest, dass wir immer mehr in das Spannungsfeld der Kräfteverhältnisse dieser Zeit geraten. Gott hält nicht das Böse von uns fern, er will uns aber bei der Lebensaufgabe, der Erfüllung unseres Gelübdes – dem Bösen zu entsagen – stärken und bewahren:

  • vor Abstand zu Jesus Christus. Dieser entsteht, wenn Zweifel aufkommt, man am Boden zerstört ist oder selbst den inneren Abstand sucht. Je näher man zu Gott und Jesus steht, umso größer wirken deren Kräfte.
  • vor Kleinglauben oder Unglauben. Hier erinnerte er an die Jünger auf dem See Genezareth, die beim aufkommenden Sturm gerufen haben: „Herr, wir verderben!“
  • vor sich ausbreitender Lieblosigkeit. Wie schnell urteilen wir. Jesus ist uns im Lieben ein Vorbild. Er vergab z. B. der Sünderin.
  • vor überzogener irdischer Denkweise und Ausrichtung. Es besteht die Gefahr, dass wir für den Herrn und sein Werk nicht mehr zur Verfügung stehen.

Nach der Klaviervariation von „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, vorgetragen von Roswitha Haupt, diente Bischof Ralph Wittig mit. Er betonte, dass der Bezirksapostel ein sehr farbiges Gottesbild aufgezeigt hat. Seine Bewahrung und Stärkung ist kein Feuerwehreinsatz oder von einer Tagesform abhängig. Er behandelt uns wie seine Kinder. Dann zitierte er Hudson Taylor (1832-1905), der einmal sagte: „Glauben ist Ruhen in der Treue Gottes“. Diesem Gott können wir vertrauen. Er schläft nicht oder schweigt nicht. Er greift ein und bewegt für uns alles, so dass nichts mehr so ist, wie es einmal war!

Bevor Bezirksapostel Klingler seine nächtliche Heimreise antrat, genossen er und einige anwesende Geschwister beim stärkenden Imbiss das (viel zu kurze) Zusammensein.

Text/Fotos: U.S.