Gemeinde Hermsdorf feiert "100 Jahre Neuapostolische Kirche im Holzland"

... ein Festgottesdienst mit Apostel Wittich, der mit etlichen Höhepunkten aufwartete:  - Gemeinde feiert „100 Jahre Neuapostolische Kirche im Holzland“ - Gottesdienst mit Heiliger Versiegelung - langjähriger Bezirksvorsteher, Bezirksältester Stefan Standke, in den Ruhestand versetzt - Bezirksevangelist Karsten Treiber als neuen Bezirksvorsteher beauftragt.

Die Gemeinde Hermsdorf feiert in diesen Tagen „100 Jahre Neuapostolische Kirche im Holzland.“

Apostel Ralf Wittich besuchte am 27. April 2025 die Gemeinde und diente unter dem Bibelwort aus Matthäus 28,18:

„Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“

Zur Einstimmung verlas eine Schwester die Kurzchronik der Gemeinde Hermsdorf. Aus ihr geht hervor, dass in den 1920er Jahren die ersten Stubengottesdienste durchgeführt wurden. Daraus entwickelten sich im Laufe der Jahre in der Umgebung mehrere Gemeinden. Im Zuge der demographischen Entwicklung, die auch vor unserer Kirche nicht Halt macht, entstand durch Fusionen 2016 die heutige Gemeinde Hermsdorf, welche ihre Heimat in einem neugebauten Gemeindezentrum hat.

Der Apostel verwies in seiner Predigt darauf, dass auch die „Alten“ schon gewusst haben, dass es keinen anderen Weg als Christus gibt. Wir wollen heute bewahren, was die „Alten“ aufgebaut haben.

Aus seiner Zeit als junger Vorsteher setzte er noch eine kleine Anekdote hinzu: Man wollte damals mit der Gemeinde Tanna die Gemeinde Eisenberg besuchen und er fragte Apostel Hoffmann um Erlaubnis. Dessen Antwort: „Da kannst du gerne hinfahren – die sind voll in Ordnung!“ – Pause „Und die kochen auch sehr gut.“

Das Bibelwort ist ein Nachwort zu Ostern und klingt bedrohlich, was es aber überhaupt nicht ist. Die Macht, von der die Rede ist, hat Jesus von seinem Vater erhalten. Es ist eine wahrhaft kosmische Gewalt.

Jesus hat die Macht:

  • über die Schöpfung und seine Geschöpfe
  • zu heilen und Wunder zu tun
  • Sünden zu vergeben
  • der Auferstehung.

Die Auferstehung
Sie ist nicht nur ein historisches Ereignis, sondern sie hat gezeigt, dass der Tod nicht die letzte Macht hat. Bis dahin war der Tod eine Gefahr. Seit Ostern vor 2000 Jahren ist der Tod selbst in Gefahr.

Macht über die Naturgesetze
Für Christen stellt sich nicht die Frage, ob ein Glas Wasser halb leer oder halb voll ist – Jesus füllt das Glas immer wieder auf. Er nimmt uns mit ins Leben.

Macht über das Böse
Das Böse hat nicht siegen können. Irdische Macht ist begrenzt, die Macht der Liebe ist unbegrenzt. Die Menschheitsgeschichte war und ist voll von Tyrannen, aber deren Zeit läuft ab. Apostel Paulus fasste es im Brief an die Römer in der Forderung zusammen. „Böses mit Gutem zu vergelten“. Wie können wir Frieden schaffen? „Wenn die Macht der Liebe größer ist, als die Liebe zur Macht!“ 

Macht der Vergebung
Diese beinhaltet die Befreiung von Sünde und Schuld, womit das Verhältnis zu Gott niemals beeinträchtigt ist. Damit brauchen wir für unsere persönliche Errettung keine Bange zu haben. „Kommt, atmet auf! – Wir sind mit Gott im Reinen!“

Macht der Vollendung
Was Gott anfängt, das bringt er auch zu Ende. Seine Verheißungen sind eingetreten – dies gibt uns Kraft für den Alltag.

Wenn unsere Ahnen nicht am Glauben „drangeblieben“ wären, dann säßen wir heute nicht hier. Wir können auch weiterhin darauf vertrauen, dass aus dem Segen Gottes für uns positive Dinge erwachsen.

Apostel Wittich bat nach einem Beitrag des Chores den Bezirksältesten Stefan Standke zum Mitdienen. Dieser dankte den Sängern, die mit „Ich bete an die Macht der Liebe“ von der großen Liebe Gottes gesungen hatten. Diese Liebe gab es schon vor 2000 Jahren, und das setzt sich heute fort. Jeder hat bereits diese Liebe erlebt und verspürt.
Das Eingangslied „Nun danket alle Gott“ hatte den Bezirksältesten sehr bewegt. Er bedankte sich für die Aufnahme, das Wohlwollen, die Unterstützung und die Hilfe in den Jahren seiner Amtstätigkeit. Ebenso dankte er für die Lehrer, die er haben durfte.
Der Bezirksälteste forderte auf, vorwärts zu schauen: „Kommt, atmet auf!“ Der Herr ist bei uns.

Nach dem Predigtteil erlebt die Gemeinde die heilige Versiegelung der kleinen Eva Standke. Apostel Wittich erklärte, dass damit Gott bei Eva „einzieht“. Bezirksapostelhelfer Mutschler habe dies einmal folgendermaßen erklärt: „Es sei so, als wenn Gott mit einem LKW vorfährt und in das Haus mit einzieht.“
Eva erhält mit der Heiligen Versiegelung Liebe und Erkenntnis. Gott gibt sein „JA“ zu ihr. Die Eltern übernehmen bei der Erziehung eine besondere und wichtige Arbeit.

Nach Sündenvergebung und Feier des Heiligen Abendmahles rief Apostel Wittich den bisherigen Bezirksvorsteher, Bezirksältesten Standke vor den Altar. Er dankte ihm für die mehr als 44 Jahre, die Bezirksältester Standke als Amtsträger in den unterschiedlichen Amtsstufen tätig war. Er habe dabei zu allen Aufgaben „JA“ gesagt sich in allen Situationen als Diener Gottes bewährt. Dabei lag ein besonderer Augenmerk seiner Arbeit auf den Kindern und der Jugend.
Der Apostel erinnerte daran, dass er selbst 2017 als Bezirksevangelist quasi zur Ausbildung in den Bezirk kam, von Bezirksältesten Standke viel gelernt habe.
Einen besonderen Dank richtete Apostel Wittich an dessen Ehefrau Martina und die gesamte Familie, die trotz eines sehr guten Zeitmanagements des Bezirksältesten durch manchen Verzicht die ehrenamtliche Arbeit mitgetragen haben.
Anschließend entband Apostel Wittich Bezirksältesten Standke vom Amtsauftrag und wünschte ihm, dass er als fröhlicher Christ der Gemeinde erhalten bleiben möge. Das Amt bleibe, nunmehr als „Bezirksältester in Ruhe.“

Danach beauftragte Apostel Wittich mit herzlichen Worten den Bezirksevangelisten Treiber, in Zukunft als Bezirksvorsteher tätig zu sein. Der Apostel sprach von der Erfahrung, aber auch dem Mut und der Zuversicht, die Bezirksevangelist Treiber habe. Dies sei notwendig. Er gab die Worte eines ehemaligen Thomaskantors mit auf den Weg: „Wir stehen an einer großen Sache, macht diese auch weiterhin groß!“.
Bezirksevangelist Treiber übernimmt als Bezirksvorsteher den größten Bezirk des Apostelbereiches und ist somit Vorsteher sowohl in geistlichen als auch in organisatorischen Angelegenheiten. Zu all dem wünschte der Apostel dem neuen Bezirksvorsteher alles Gute und den Segen Gottes.

Nach dem Gottesdienst versammelte sich die Festgemeinde auf dem Kirchengrundstück zu einem gemeinsamen Mittagessen und vielen interessanten Gesprächen.