Erstmals besuchte Mike Dietel nach seiner Ernennung zum Bischof für den Apostelbereich Süd die Gemeinde Plauen und damit auch den gleichnamigen Kirchenbezirk. Gemeinsam mit den eingeladenen Nachbargemeinden erlebten die Gottesdienstteilnehmer sein Dienen. Dies war von seiner Überzeugung geprägt, dass das Reich Gottes schon heute in den Gemeinden erlebbar ist. Dabei bezog es sich in der Predigt auf das Bibelwort aus Lukas 17, Verse 20 und 21:
„Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“
Zunächst betonte der Bischof, dass jeder mit Unterschieden, sei es von der Herkunft, der Sprache, der Denk- und Sichtweise, der Persönlichkeit, der Interessen, im Alltag usw. zurechtkommen muss. Auch auf die Gemeinden trifft das zu. Gott macht aber keine Unterschiede und darum muss sich jeder Gläubige auch bemühen. Wo man sich nur mit Nebensächlichkeiten, selbstgemachten Vorschriften oder den Blick nur an der Vergangenheit ausrichtet und sich nur damit beschäftigt, kann sich kein Reich Gottes entwickeln. Vielmehr ist dies schon heute erlebbar, wo man Jesus in alles Denken und Tun einbezieht, wo Nächstenliebe praktiziert wird, wo man in den Gottesdiensten zusammenkommt, wo man Trost verschenkt, wo man Gemeindeleben mitgestaltet ist das Reich Gottes schon heute erlebbar. Das gilt auch, wo Christus als Vorbild der Liebe, der Aufopferung, Vergebung und der Umsetzung des Vaterwillens dient. Im Gegensatz dazu zeigte der Bischof mit dem Blick in die Welt und dem Tagesgeschehen mit Krieg, Hunger, Verfolgung, Existenznöten oder Machtbegierden auf, das man da nicht vom Reich Gottes sprechen kann.
Er betonte zudem, dass die Voraussetzung der Taufe mit Wasser und dem Heiligen Geist – so wie es Jesus gegenüber Nikodemus betonte, zu erfüllen ist (siehe Johannes 3,5).
In den Predigtbeiträgen des Bezirksvorstehers Karsten Treiber und der Priesterin Anke Zimmermann unterstrichen beide die Aussagen des Bischofs. Es gilt für jeden, die Schwachheiten des Nächsten auszugleichen, sich nicht von alten Ansichten oder der eigenen Sündhaftigkeit gefangen nehmen lassen, Unterschiede zu überwinden, freundlichen Umgang zu pflegen, um nur einige Beispiele ihres Mitdienens zu erwähnen.
Das Reich Gottes kann also schon heute in der Gemeinde oder im Umfeld vorgefunden werden. Daran, so betonte der Bischof mehrfach, glaube er fest. Aufgabe eine jedem ist es, diese Prägung irreversibel (nicht umkehrbar oder rückgängig) zu gestalten.
In diesem Gottesdienst wurde die Glaubensschwester Heike Sammler aus der Gemeinde Plauen zur Inklusionsbeauftragten für den gesamten Apostelbereich ernannt. Lesen Sie hier weiter.
Neuapostolische Kirche