Strahlende Veränderungen in Zeulenroda

Strahlender Sonnenschein verbreitete sich an diesem Sonntag in Zeulenroda. Der Gemeindesaal, die Altarnische dank der langen Fensterbänder und selbst die Empore waren lichtdurchflutet. Als der Gemeindechor sang „Der Herr ist mein Licht“ erfassten diese wärmenden Strahlen auch den Apostel Mike Dietel und die ganze Gemeinde. Zahlreiche Veränderungen prägten diesen Gottesdienst. Die Sonne geht nicht unter.

Verschiedene Gedanken aus dem Chorlied nahm der Apostel in seiner Predigt auf. Darin ging es um den Wunsch, im Haus des Herrn bleiben zu dürfen, um die tiefe Kraft der Gnadenerweisungen und um die Gewissheit, dass Gott jeden Menschen trägt und begleitet.

Dem Gottesdienst lag ein Bibelwort aus Kolosser 3, 12 zugrunde: „So ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“

Auserwählt zu sein ist für den Menschen kaum zu begreifen und zugleich mit Verantwortung verbunden. Gott kennt keine Schubladen, in die er Menschen einordnet. Seine Liebe gilt jedem Einzelnen. Er hat jeden Menschen geschaffen und kennt ihn so, wie er ist. Als von Gott Geheiligte zu leben bedeutet deshalb auch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht alles mitzumachen, was täglich angeboten wird.

Um diese Gedanken lebensnah zu verdeutlichen griff der Apostel auf das Bild der Kleidung zurück. Wohlfühlkleidung, Lieblingsstücke, Alltagskleidung, Markenprodukte oder auch auffällige und aufreizende Kleidungsstücke – der Kleiderschrank bietet eine große Auswahl. Je nach Anlass wählen wir was passend erscheint. Dabei möchten wir weder eine Sonderstellung einnehmen noch bewusst provozieren. Und doch bleibt der Wunsch nach Veränderung und etwas Neuem bestehen.

Auch im Glaubensleben stehen Menschen immer wieder vor Entscheidungen und Veränderungen. Dafür wünschte der Apostel der Gemeinde Mut. Entscheidungen sollten vom Vertrauen auf Gott geprägt sein. Denn Gott liebt jeden Menschen und geht seinen Weg mit. Diese Erfahrung sollte jeder machen können: als Auserwählter, als Geheiligter und als Geliebter Gottes.

Das Kapitel, aus dem das Bibelwort stammt, trägt die Überschrift „Der alte und der neue Mensch“. Veränderung gehört zum Leben – und ebenso zum Glaubensleben. Paulus beschreibt eine Entwicklung, die den Menschen immer mehr zum „neuen Menschen“ werden lässt. Dieses Bild des Umkleidens macht deutlich: Die von Gott geschenkten Kleider dürfen angezogen werden. In ihnen dürfen wir uns wohlfühlen, ohne damit eine Sonderstellung einzunehmen oder andere zu provozieren. Das „Kleid“ des Erbarmens, der Geduld, der Freundlichkeit, der Liebe und der Demut steht jedem Menschen gut. Es sind göttliche Eigenschaften, die unser Leben und unseren Umgang miteinander prägen können.

Der Vertreter des Bezirksvorstehers, Evangelist Eric Röhlig, führte diese Gedanken in seiner Predigtzugabe weiter. Auffällige „Kleidung“ aus dem Kleiderschrank Gottes dürfe durchaus getragen werden. Dabei lenkte er den Blick besonders auf die Lieblingsstücke, die im Bibelwort genannt werden. Auch das Markenzeichen Jesu Christi dürfe sichtbar sein. Zum Abschluss seiner Predigtzugabe zitierte er aus dem Gesangbuch „In Wort und Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen.“ (NGB 221, 4)

Heilige Versiegelung

Nach der Freisprache zur Sündenvergebung erlebte die Gemeinde einen weiteren besonderen Moment: das Sakrament der Heiligen Versiegelung.

Die Zwillingsbrüder Levi und Henri sowie Schwester Christina empfingen durch Handauflegung und Gebet im dreieinigen Namen Gottes den Heiligen Geist. Damit wurde ihnen ein besonderer Segen für ihren weiteren Glaubens- und Lebensweg zugesprochen.

Wechsel im Vorsteherauftrag

Auch im Vorsteherauftrag der Gemeinde Zeulenroda gab es eine Veränderung. Nach einer schweren Erkrankung und den daraus verbliebenen gesundheitlichen Einschränkungen wurde der bisherige Gemeindevorsteher, Priester Tino Zelinski, von seiner Beauftragung als Vorsteher entbunden. Der Apostel dankte ihm für seinen verantwortungsvollen Dienst und seine in den vergangenen fünf Jahren stets auf die Aufgabe ausgerichtete Tätigkeit. Priester Tino Zelinski bleibt der Gemeinde weiterhin als aktiver Priester erhalten.

Zum neuen Gemeindevorsteher wurde Priester André Kögler beauftragt. Bereits zuvor hatte er als Vertreter des Vorstehers die Gemeinde wesentlich mitgeprägt und sich in besonderer Weise in der Seelsorge engagiert. Nach einem gemeinsamen Gebet segnete der Apostel den neuen Vorsteher und rüstete ihn für seine zukünftigen Aufgaben aus.

Beide Priester stehen bereits seit 20 Jahren in diesem Dienst für die Gemeinde.

Ordination einer Diakonin

Eine besondere Premiere erlebte die Gemeinde mit der Ordination von Daniela Petermann zur Diakonin. Damit begleitet in der Gemeinde Zeulenroda erstmals eine Frau ein geistliches Amt. Der Apostel machte deutlich, dass Daniela Petermann nicht als „Türhüterin“ oder „Hausmeisterin“ in dieses Amt gerufen werde. Vielmehr umfasst ihr Dienst die Wortverkündigung, die Spendung des trinitarischen Segens und insbesondere die Seelsorge an den Gemeindemitgliedern. Nach diesen vorbereitenden Worten des Apostels gab Daniela Petermann ihr zustimmendes „Ja“. Anschließend erfolgte die Ordinationshandlung.

Gottes Licht begleitet die Gemeinde

Mit den besonderen Amtshandlungen, der Heiligen Versiegelung und den vielfältigen Impulsen aus dem Gottesdienst erlebte die Gemeinde Zeulenroda einen bewegenden und ereignisreichen Gottesdienst.

Das Bild der „göttlichen Kleider“ kann dabei als bleibender Gedanke mitgenommen werden: Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld und Liebe sind Geschenke Gottes, die wir in unserem Alltag sichtbar werden lassen dürfen.

Die Sonne mit ihren Freudenstrahlen scheint weiterhin über der Gemeinde. Möge ihr Licht auch künftig die Menschen begleiten, die hier gemeinsam glauben, dienen und ihren Weg mit Gott gehen.